Thu, Aug 13 Mittagsausgabe Deutsch
BerichtsMagazin.ch Berichtsmagazin Nachrichtenupdate
Aktualisiert 14:03 16 Artikel heute
Blog Lokal Politik Technik Welt Wirtschaft

HPV Was Ist Das – Symptome, Übertragung, Impfung erklärt

Oliver Edward Bennett Clarke • 2026-04-14 • Gepruft von Elias Hoffmann






HPV (Humane Papillomviren) – Was ist das? Ursachen, Symptome und Prävention

Das Humane Papillomavirus (HPV) zählt zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen weltweit. Etwa 8 von 10 Menschen in Deutschland infizieren sich im Laufe ihres Lebens mindestens einmal mit dem Virus. Die meisten Infektionen verlaufen unbemerkt und heilen spontan ab.

Gleichzeitig können bestimmte HPV-Typen langfristig schwerwiegende Folgen haben. Besonders Hochrisiko-Typen stehen im Verdacht, Krebsarten wie Gebärmutterhalskrebs, Analkrebs oder Oropharynxkarzinome auszulösen. Jährlich erkranken in Deutschland rund 10.000 Personen an HPV-bedingtem Krebs.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV-Impfung für alle Kinder ab 9 bis 14 Jahren. Die Impfung kann das Krebsrisiko erheblich reduzieren und zählt zu den wirksamsten Präventionsmaßnahmen in der modernen Medizin.

Was ist HPV?

Humane Papillomviren sind eine große Gruppe von DNA-Viren, die Haut- und Schleimhautzellen befallen können. Wissenschaftler kennen mehr als 150 verschiedene HPV-Typen, die sich in ihrer Krebswirksamkeit unterscheiden.

🎯
Definition

HPV ist eine virale Infektion, die vorwiegend durch Haut- und Schleimhautkontakt übertragen wird und mehr als 150 bekannte Typen umfasst.

🔄
Übertragung

Die Ansteckung erfolgt hauptsächlich sexuell, bereits beim ersten Intimkontakt. Etwa 80% aller Menschen infizieren sich lebenslang mindestens einmal.

⚠️
Risiken

Hochrisiko-Typen können persistierende Infektionen verursachen, die über Jahre zu Krebsvorstufen und Krebs führen können.

🛡️
Prävention

Die Impfung ab 9 Jahren kann das Gebärmutterhalskrebsrisiko um etwa 90% reduzieren und schützt vor den häufigsten Hochrisiko-Typen.

HPV-Typen im Überblick

Die verschiedenen HPV-Typen werden nach ihrem krebserzeugenden Potenzial in zwei Kategorien eingeteilt.

  • Niedrigrisiko-Typen (Low-Risk): Verursachen überwiegend gutartige Warzen im Genital-, Anal- oder Mund-Rachen-Bereich. Das Krebsrisiko ist bei diesen Typen gering bis nicht vorhanden.
  • Hochrisiko-Typen (High-Risk): Etwa 13–14 Typen gelten als krebserzeugend. Besonders HPV-16 und HPV-18 sind verantwortlich für etwa 80% aller HPV-bedingten Krebserkrankungen in Europa.
Wichtig zu wissen

Die Unterscheidung zwischen Low-Risk und High-Risk ist entscheidend für das weitere Vorgehen. Während Niedrigrisiko-Typen meist harmlos verlaufen, erfordern Hochrisiko-Typen eine engmaschige ärztliche Kontrolle.

Zentrale Fakten zu HPV

Fakt Details
Häufigste STI HPV ist die am weitesten verbreitete sexuell übertragbare Infektion
Bekannte Typen Über 150 verschiedene HPV-Typen identifiziert
Impfstoff Gardasil 9 schützt gegen 9 HPV-Typen (6, 11, 16, 18, 31, 33, 45, 52, 58)
Krebsrisiko Bei High-Risk-Typen erhöht sich das Risiko für mehrere Krebsarten
Infektionsrate Ca. 8 von 10 Menschen infizieren sich lebenslang mindestens einmal
Männer betroffen Ca. 1 von 5 Männern ab 15 Jahren ist mit Hochrisiko-HPV infiziert

Wie wird HPV übertragen?

HPV wird primär durch direkten Haut- oder Schleimhautkontakt übertragen. Die Infektion erfolgt dabei nicht ausschließlich durch penetrativen Geschlechtsverkehr, sondern bereits durch andere Formen intimer Berührungen.

Das Virus kann sich auch dann übertragen, wenn keine sichtbaren Symptome vorhanden sind. Viele infizierte Personen bemerken ihre Ansteckung nicht und geben das Virus so unbeabsichtigt weiter. In Europa sind etwa 20% der Männer ab 15 Jahren mit Hochrisiko-HPV-Typen infiziert.

Übertragungswege im Detail

  • Sexueller Kontakt: Geschlechtsverkehr, Oralverkehr und andere sexuelle Aktivitäten, bei denen Haut- oder Schleimhautkontakt stattfindet
  • Erster Intimkontakt: Eine Ansteckung kann bereits beim ersten Mal erfolgen
  • Berührung von Warzen: Kontakt mit sichtbaren Genitalwarzen kann zur Übertragung führen
  • Muttermilch: In seltenen Fällen wurde eine Übertragung von der Mutter auf das Kind nachgewiesen
Prävention

Die konsequente Verwendung von Kondomen kann das Ansteckungsrisiko reduzieren, bietet jedoch keinen vollständigen Schutz, da HPV auch über andere Hautbereiche übertragen werden kann. Die Impfung stellt die wirksamste Präventionsmaßnahme dar.

HPV bei Männern und Frauen

Männer und Frauen sind gleichermaßen von HPV-Infektionen betroffen. Während Frauen ein etabliertes Screening-Programm zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs nutzen können, fehlen vergleichbare systematische Untersuchungen für das männliche Geschlecht.

Männer tragen die Infektion oft lange Zeit unbemerkt und können sie an Partnerinnen und Partner weitergeben. Das Risiko für Penis-, Anus- und Oropharynxkarzinome ist bei Männern mit persistierenden Hochrisiko-Infektionen erhöht.

Welche Symptome verursacht HPV und wie wird es diagnostiziert?

HPV-Infektionen verlaufen in der Mehrzahl der Fälle ohne erkennbare Symptome. Die Infektion bleibt oft monatelang unbemerkt und heilt in etwa 12 bis 24 Monaten spontan ab, ohne dass die betroffene Person überhaupt von der Ansteckung erfährt.

Wenn Symptome auftreten, unterscheiden sie sich je nach HPV-Typ und betroffenem Körperbereich erheblich.

Symptome nach HPV-Typ

  • Bei Niedrigrisiko-Typen: Sichtbare Genitalwarzen (Condylomata acuminata) im Genital-, Anal- oder Mund-Rachen-Bereich. Diese Warzen sind typischerweise schmerzlos, können aber jucken oder bluten.
  • Bei Hochrisiko-Typen: Keine äußerlich sichtbaren Anzeichen. Die Infektion verursacht zunächst keine Schmerzen oder sichtbaren Veränderungen. Zellveränderungen (Dysplasien) entwickeln sich schleichend über Jahre.
Achtung

Da Hochrisiko-HPV-Infektionen symptomlos verlaufen, können sie unbemerkt fortbestehen und erst nach Jahren zu Krebsvorstufen oder Krebs führen. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind daher besonders wichtig.

Diagnoseverfahren

Für die Erkennung von HPV-bedingten Veränderungen stehen verschiedene diagnostische Methoden zur Verfügung, die je nach Alter, Geschlecht und klinischer Situation eingesetzt werden.

  • Pap-Test (Zervixabstrich): Ab dem 20. Lebensjahr wird Frauen eine regelmäßige zytologische Untersuchung empfohlen. Der Test erkennt auffällige Zellveränderungen am Gebärmutterhals.
  • HPV-Test: Der Test weist die Viren selbst nach und wird ab 30 Jahren als Ergänzung oder Alternative zum Pap-Test empfohlen. Eine Typisierung auf HPV-16 und HPV-18 ist möglich.
  • Biopsie: Bei auffälligen Befunden kann eine Gewebeprobe entnommen und mikroskopisch untersucht werden.

Für Männer fehlen vergleichbare strukturierte Screening-Programme. Mediziner empfehlen jedoch, auffällige Veränderungen im Genital- oder Analbereich zeitnah ärztlich abklären zu lassen. Fistel am Po Bilder – Symptome und Behandlung können bei ähnlichen Beschwerden eine erste Orientierung bieten, auch wenn die Ursachen unterschiedlich sind.

Ist HPV heilbar?

Eine kausale Therapie gegen HPV selbst existiert derzeit nicht. Das bedeutet, dass es kein Medikament gibt, das das Virus direkt abtötet oder aus dem Körper entfernt. Die gute Nachricht ist, dass die überwiegende Mehrheit aller HPV-Infektionen innerhalb von 12 bis 24 Monaten von selbst ausheilt.

Die Behandlung konzentriert sich daher auf die Beseitigung von Symptomen und die Überwachung potenziell gefährlicher Zellveränderungen.

Behandlungsoptionen

  • Bei Genitalwarzen (Niedrigrisiko): Lokaltherapie mit speziellen Cremes oder Lösungen. Warzen können auch operativ entfernt werden, ein Wiederauftreten ist jedoch möglich.
  • Bei Krebsvorstufen: Operative Eingriffe wie die Konisation (Entfernung eines kegelförmigen Stücks vom Gebärmutterhals) oder andere Verfahren zur Entfernung auffälligen Gewebes.
  • Bei manifestem Krebs: Strahlentherapie, Chemotherapie oder operative Eingriffe je nach Krebsart und Stadium.
Früherkennung entscheidend

Da eine direkte Virustherapie nicht möglich ist, kommt der regelmäßigen Vorsorge eine zentrale Bedeutung zu. Je früher Zellveränderungen erkannt werden, desto besser sind die Heilungschancen.

Gibt es eine HPV-Impfung?

Ja, es existieren seit vielen Jahren wirksame Impfstoffe gegen Humane Papillomviren. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV-Impfung für alle Kinder im Alter von 9 bis 14 Jahren. Mädchen werden seit 2007, Jungen seit 2018 geimpft.

Die Impfung ist auch für junge Erwachsene bis 45 Jahre sinnvoll, da das Infektionsrisiko lebenslang besteht. Für Erwachsene, die noch nicht geimpft wurden, kann die Impfung in Absprache mit dem Arzt individuell sinnvoll sein.

Wirkung und Wirksamkeit

Der in Deutschland verfügbare 9-fach-Impfstoff Gardasil 9 schützt vor neun HPV-Typen: 6, 11, 16, 18, 31, 33, 45, 52 und 58. Diese Typen sind verantwortlich für die meisten HPV-bedingten Krebserkrankungen und Genitalwarzen.

Studien zeigen, dass die frühe Impfung das Risiko für Gebärmutterhalskrebs um etwa 90 Prozent reduzieren kann. Der Impfstoff ist gut verträglich, Nebenwirkungen sind überwiegend mild und vorübergehend.

Impfstandard und Kritik

Trotz der klaren STIKO-Empfehlung liegt die Impfquote in Deutschland noch unter den angestrebten Werten. Kritische Stimmen weisen darauf hin, dass der Nutzen der Impfung bei Männern weniger umfassend erforscht sei als bei Frauen. Zudem wird diskutiert, ob durch die Impfung möglicherweise andere HPV-Typen häufiger auftreten könnten (sogenanntes Genotypen-Replacement).

Die Mehrheit der medizinischen Fachgesellschaften bewertet die HPV-Impfung dennoch als eine der wirksamsten Präventionsmaßnahmen gegen Krebs und empfiehlt sie uneingeschränkt.

Kann HPV Krebs auslösen?

Bestimmte Hochrisiko-HPV-Typen können bei persistierender Infektion tatsächlich Krebs auslösen. Das Virus integriert seine Erbgut-DNA in das menschliche Genom, insbesondere die Virengene E6 und E7, die zelluläre Wachstumskontrollen stören und so Krebsentstehung begünstigen können.

In Deutschland erkranken jährlich etwa 10.000 Personen an HPV-bedingtem Krebs. Rund 7.000 davon sind Frauen, etwa 3.000 sind Männer.

HPV-assoziierte Krebserkrankungen

Krebsart Betroffene Fälle pro Jahr (ca.)
Gebärmutterhalskrebs Frauen 6.250
Vulva- und Vaginalkrebs Frauen Teil der weiblichen Fälle
Penis-, Anus- und Oropharynxkrebs Männer 1.600
Gesamt Beide Geschlechter Über 10.000

HPV-16 und HPV-18 sind für etwa 80 Prozent aller HPV-bedingten Krebserkrankungen verantwortlich. Die restlichen Fälle werden vor allem durch die Typen 31, 33, 45, 52 und 58 verursacht.

Krebsprävention

Die WHO schätzt, dass 70 bis 90 Prozent der HPV-bedingten Krebsfälle durch konsequente Impfung vermeidbar wären. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen ergänzen den Schutz und ermöglichen die frühzeitige Erkennung von Vorstufen.

Geschlechtsspezifische Risiken

Frauen profitieren von einem etablierten Screening-Programm, das Gebärmutterhalskrebs und seine Vorstufen frühzeitig erkennen kann. Allen Frauen ab 20 Jahren steht ein jährlicher Pap-Test zu, ab 30 Jahren zusätzlich ein HPV-Test.

Mehr zum Thema Impfungen und Prävention erfahren Sie in unserem Groupe Mutuel Espace Client – Anleitung Login Registrierung Funktionen.

Was Sie jetzt tun können

Wenn Sie den Verdacht haben, dass bei Ihnen oder Ihrem Kind eine HPV-Infektion vorliegen könnte, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über die nächsten Schritte. Ein frühzeitiger Arztbesuch bei Symptomen wie ungewöhnlichen Warzen oder Veränderungen im Genitalbereich ist empfehlenswert.

Prüfen Sie Ihren Impfstatus oder den Ihrer Kinder. Die STIKO-Empfehlung gilt für alle Kinder ab 9 Jahren und bietet den bestmöglichen Schutz vor einer späteren HPV-Infektion.

  • Impfstatus überprüfen und fehlende Impfungen nachholen lassen
  • Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen
  • Ungewöhnliche Symptome zeitnah ärztlich abklären lassen
  • Offen mit Partnerinnen und Partnern über HPV sprechen

Quellen und weiterführende Informationen

HPV ist die häufigste sexuell übertragbare Infektion. Eine Impfung kann einen erheblichen Teil der HPV-bedingten Krebserkrankungen verhindern.

Robert Koch-Institut (RKI)

Die Impfung gegen Humane Papillomviren kann das Risiko für Gebärmutterhalskrebs um etwa 90 Prozent reduzieren und ist eine der wirksamsten Krebspräventionsmaßnahmen der modernen Medizin.

Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Zusammenfassung

Das Humane Papillomavirus ist eine weit verbreitete Infektion, die in den meisten Fällen unbemerkt verläuft und von selbst ausheilt. Bei persistierenden Hochrisiko-Infektionen besteht jedoch das Risiko für verschiedene Krebserkrankungen. Die Impfung ab 9 Jahren bietet einen wirksamen Schutz und kann das Krebsrisiko erheblich reduzieren. Regelmäßige Vorsorge und ein offener Umgang mit dem Thema tragen zur Prävention bei.

Kann HPV asymptomatisch verlaufen?

Ja, die Mehrheit der HPV-Infektionen verläuft ohne Symptome und heilt innerhalb von 12–24 Monaten von selbst ab.

Wie lange ist HPV nachweisbar?

Die Nachweisbarkeit variiert: Niedrigrisiko-Typen oft nur Wochen bis Monate, Hochrisiko-Typen können bei Persistenz jahrelang nachweisbar bleiben.

Ist HPV während der Schwangerschaft gefährlich?

Bei den meisten schwangeren Frauen verursacht HPV keine Probleme. Eine HPV-Infektion kann jedoch Geburtskomplikationen begünstigen.

Kann man trotz HPV-Impfung erkranken?

Die Impfung schützt vor den häufigsten Hochrisiko-Typen (16, 18 und weiteren), aber nicht vor allen existierenden Typen. Der Schutz liegt bei ca. 90%.

Ab welchem Alter wird ein HPV-Test empfohlen?

Für Frauen ab 30 Jahren wird ein HPV-Test empfohlen, bei jüngeren Frauen erfolgt primär ein Pap-Test ab 20 Jahren.



Oliver Edward Bennett Clarke

Uber den Autor

Oliver Edward Bennett Clarke

Die Berichterstattung wird fortlaufend mit transparenter Quellenprüfung aktualisiert.