Der US Supreme Court erklärte am 20. Februar 2026 die von Präsident Trump verhängten Zusatzzölle für illegal. Für Schweizer Unternehmen, die jahrelang unter diesen Belastungen litten, beginnt nun eine Phase der Rückerstattungen – doch gleichzeitig bleiben andere Zollschranken bestehen. Victorinox etwa fordert 3,8 Millionen Dollar zurück.

US-Surtaxe auf Schweizer Produkte seit: 7. August 2025 ·
25% Zoll auf importierte Fahrzeuge USA: seit 3. April 2025 ·
Cour suprême annulliert Trump-Zölle: 20. Februar 2026 ·
MFN-Zölle bleiben in Kraft: SECO-Bestätigung ·
Rückerstattung für Schweizer Firmen: ab Montag möglich

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
  • Supreme Court erklärte IEEPA-Zölle am 20. Februar 2026 für illegal (S-GE)
  • 166 Milliarden Dollar Rückerstattungen an 56.500 Unternehmen (Blick)
  • Section 232 und 301 bleiben bestehen (S-GE)
2Was unklar ist
  • Zukünftige Surtaxen nach Ablauf der 150 Tage
  • Vollständige Rückerstattungsbeträge für Schweizer Firmen
  • Ergebnis der laufenden Handelsverhandlungen
3Zeitleisten-Signal
  • 2. February 2026: IEEPA-Zölle eingeführt (admin.ch)
  • 20. Februar 2026: Gerichtsurteil (S-GE)
  • 20. April 2026: Rückerstattungen starten (GTAI)
4Wie es weitergeht
  • Verhandlungen mit USA über Zollabkommen bis Juli 2026 (Tages-Anzeiger)
  • Neue Section-122-Zölle (15%) für 150 Tage (admin.ch)
  • Rückerstattungen könnten Monate bis Jahre dauern (SRF)
Zeitpunkt Ereignis
2. February 2026 IEEPA-Zölle eingeführt
7. August 2025 Surtaxe auf Schweizer Produkte
20. Februar 2026 Supreme Court: IEEPA-Zölle unzulässig
24. Februar 2026 Aufhebung IEEPA-Zölle
25. Februar 2026 Bundesrat informiert, neue Section-122-Zölle
4. März 2026 CIT ordnet Rückerstattungen an
20. April 2026 CBP startet erste Phase der Rückerstattungen

Welche Zölle erheben die USA auf Importe aus der Schweiz?

MFN-Zölle und Surtaxen

Der US Supreme Court erklärte am 20. Februar 2026 die auf IEEPA gestützten Zusatzzölle von Präsident Trump für unzulässig. Die Zölle wurden rückwirkend für ungültig erklärt, insbesondere reziproke Zölle gegen die Schweiz mit 39 Prozent. Neue temporäre Zölle unter Section 122 gelten seit dem 25. Februar 2026 für 150 Tage mit einem Satz von 15 Prozent zusätzlich zu den Meistbegünstigungszöllen.

Was das bedeutet

Die rechtliche Grundlage für Trumps Zusatzzölle – der IEEPA – wurde vom höchsten US-Gericht als unzureichend verworfen. Unternehmen, die unrechtmässige Zölle gezahlt haben, können nun Rückerstattungen beantragen.

Auswirkungen auf Schweizer Exporte

Die USA haben mit Zöllen auf Schweizer Güter rund 2 Milliarden Dollar eingenommen. Betroffene Unternehmen wie Victorinox, Swatch, Stöckli, Logitech und Breitling fordern Rückerstattungen. Victorinox allein fordert 3,8 Millionen Dollar zurück.

Gerichtsentscheid 2026

Der Court of International Trade ordnete am 4. März 2026 Rückerstattungen an. Die US-Zollbehörde CBP startete am 20. April 2026 die erste Phase der Rückerstattungen über das Cape-System. Insgesamt werden 166 Milliarden Dollar an 56.500 Unternehmen zurückgezahlt.

Fazit: Schweizer Firmen erhalten Rückerstattungen für unrechtmässig erhobene IEEPA-Zölle, doch neue Section-122-Zölle bleiben vorerst in Kraft.

Welche Zölle erhebt die Schweiz auf Importe aus den USA?

Allgemeine Zollsätze

Die Schweiz wendet weiterhin Meistbegünstigungszölle (MFN-Zölle) an. Diese sind nicht vom Urteil des US Supreme Court betroffen und bleiben gemäss SECO-Bestätigung in Kraft.

Ausnahmen und Reduktionen

Pharmaprodukte und Flugzeuge bleiben von neuen US-Zöllen ausgenommen. Anspruch auf Rückerstattung für in den USA gezahlte unrechtmässige Zölle haben Schweizer Unternehmen mit US-Niederlassung, die Produkte importiert haben.

SECO-Position

SECO-Staatssekretärin Helene Budliger Artieda betonte: «Wir müssen uns mit den US-Zöllen abfinden.» Andere Zölle wie Section 232 und Section 301 bleiben bestehen und sind nicht vom Urteil betroffen.

Fazit: Schweizer Zölle auf US-Importe bleiben unverändert; das Gerichtsurteil betraf ausschliesslich die US-Seite.

Warum haben die USA Zölle auf die Schweiz verhängt?

Trump-Politik

Trump verfolgte das Ziel, das Handelsdefizit abzubauen und mehr Gegenseitigkeit im Handel zu erreichen. Die Zölle basierten seit dem 2. April 2025 auf dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA).

Cour suprême Urteil

Der US Supreme Court entschied, dass die auf IEEPA gestützten Zusatzzölle die verfassungsmässigen Befugnisse des Präsidenten überschritten. Das Gericht ordnete keine direkten Rückerstattungen an – diese folgten später über den Court of International Trade.

Wyden-Anfrage

US-Senator Ron Wyden forderte als Reaktion auf das Urteil eine umfassende Überprüfung der Zollpolitik. Die USA signalisierten jedoch Respekt vor bestehenden Handelsabkommen mit der Schweiz.

Fazit: Das Gerichtsurteil stoppte eine spezifische rechtliche Grundlage für Zölle, änderte aber nichts am übergeordneten Ziel der US-Handelspolitik.

Aktuelle Änderungen an US-Zöllen für die Schweiz?

Rückerstattungen ab Montag

Die US-Regierung begann am 20. April 2026 mit Rückzahlungen von 166 Milliarden Dollar an 56.500 Unternehmen. Victorinox fordert 3,8 Millionen Dollar zurück. Auch Swatch, Stöckli, Logitech und Breitling beantragen Rückerstattungen.

Die Summe

Victorinox-CEO Carl Elsener bezifferte das potenzielle Rückforderungsvolumen auf rund 3,8 Millionen Dollar. Die Schweizer Uhrenindustrie – mit Swatch und Breitling als prominenten Beispielen – zählt zu den grössten betroffenen Branchen.

Neue vs. alte Zölle

Die neuen temporären Zölle unter Section 122 gelten für 150 Tage mit einem Satz von 15 Prozent zusätzlich zu den Meistbegünstigungszöllen. Pharmaprodukte und Flugzeuge bleiben von diesen neuen Zöllen ausgenommen. Die Rückerstattungen könnten Monate bis Jahre dauern.

Fazit: Rückerstattungen für alte Zölle sind angelaufen, während neue Section-122-Zölle für 150 Tage gelten.

Handelsbeziehungen Schweiz-USA: Balance und Import/Export

Bilanz Überschuss

Die Schweiz verzeichnet einen Handelsüberschuss mit den USA. Die Exporte umfassen hauptsächlich pharmazeutische Produkte, Maschinen und Uhren.

Wichtige Produkte

Die Schweizer Uhrenindustrie ist besonders betroffen. SECO tauscht sich technisch mit dem US-Handelsbeauftragten aus, um die Auswirkungen zu minimieren.

Verhandlungsziel

Schweiz verhandelt weiter mit den USA über ein Zollabkommen. Das Ziel laut einem Bericht des Tages-Anzeigers: ein Abschluss bis Ende Juli 2026.

Fazit: Trotz Gerichtsurteil bleiben die Handelsbeziehungen angespannt; Verhandlungen über ein dauerhaftes Abkommen laufen.

Bestätigte und unklare Fakten

Bestätigte Fakten

  • MFN-Zölle bleiben gemäss SECO in Kraft (admin.ch)
  • Gerichtsurteil vom 20. Februar 2026 erklärte Trump-Zölle für illegal (S-GE)
  • 166 Milliarden Dollar Rückerstattungen an 56.500 Unternehmen (Blick)
  • Section 122: 15% zusätzlich für 150 Tage (admin.ch)

Was noch unklar ist

  • Exakte Rückerstattungssummen für Schweizer Firmen insgesamt
  • Zukünftige Surtaxen nach Ablauf der 150 Tage
  • Fortschritt der Handelsverhandlungen mit den USA

Stimmen zum Urteil

Wir müssen uns mit den US-Zöllen abfinden.

— Helene Budliger Artieda, SECO-Staatssekretärin (Blick)

Das potenzielle Rückforderungsvolumen aus dem vergangenen Jahr beläuft sich auf rund 3,8 Millionen Dollar.

— Carl Elsener, CEO Victorinox (Blick)

Das Gerichtsurteil bringt für Schweizer Exporteure eine gemischte Bilanz: Einerseits winken Rückerstattungen in Milliardenhöhe für unrechtmässig erhobene Zölle. Andererseits bleiben die Verhandlungen über ein dauerhaftes Handelsabkommen das eigentliche Ziel – und die neuen Section-122-Zölle zeigen, dass der Druck auf Importeure bestehen bleibt.

Verwandte Beiträge: 500 USD in CHF – Aktueller Kurs und Umrechnungstipps · Prezzo Oro al Kg – Quotazione Attuale e Fattori

Häufig gestellte Fragen

Gibt es Zollfreiheit zwischen der Schweiz und den USA?

Nein, ein umfassendes Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und den USA besteht nicht. Die IEEPA-Zölle wurden zwar aufgehoben, aber MFN-Zölle und die neuen Section-122-Zölle (15% für 150 Tage) bleiben in Kraft.

Welche Schweizer Firmen sind am stärksten betroffen?

Besonders die Schweizer Uhrenindustrie meldet hohe Rückforderungen. Victorinox fordert 3,8 Millionen Dollar zurück. Auch Swatch, Stöckli, Logitech und Breitling haben Rückerstattungen beantragt.

Kann man Trump-Zölle zurückfordern?

Ja. Unternehmen mit US-Niederlassungen, die unrechtmässige Zölle gezahlt haben, können Rückerstattungen beantragen. Die US-Zollbehörde CBP begann am 20. April 2026 mit der ersten Phase über das Cape-System.

Was passiert nach Ablauf der Section-122-Zölle?

Die Section-122-Zölle gelten für 150 Tage. Ob danach neue Zölle verhängt werden, ist derzeit unklar. Die Schweiz verhandelt über ein Zollabkommen mit den USA.

Wie unterscheiden sich MFN-Zölle von zusätzlichen Zöllen?

MFN-Zölle (Meistbegünstigungszölle) sind Standardtarife ohne zusätzliche Belastungen. Zusätzliche Zölle wie Surtaxen oder Section-122-Zölle kommen obendrauf und erhöhen die effektive Zollbelastung.

Welche Auswirkungen hat das Urteil auf die Schweizer Wirtschaft?

Schweizer Firmen können mit erheblichen Rückerstattungen rechnen. SECO-Staatssekretärin Helene Budliger Artieda dämpfte jedoch Hoffnungen auf eine vollständige Lösung: «Wir müssen uns mit den US-Zöllen abfinden.»

Wie lange dauern die Rückerstattungen?

Rückerstattungen könnten Monate bis Jahre dauern. Die US-Zollbehörde CBP hat ein neues System mit Zinsen eingerichtet. Victorinox allein fordert 3,8 Millionen Dollar zurück.