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Galland & Cie SA – Traditionelle Schweizer Privatbank

Oliver Edward Bennett Clarke • 2026-04-10 • Gepruft von Hannah Fischer

Galland & Cie SA, später bekannt als Banque Galland & Cie SA, war eine traditionsreiche Schweizer Privatbank mit Hauptsitz in Lausanne und Genf. Das Institut spezialisierte sich auf Vermögensverwaltung und Private Banking für vorwiegend ausländische Klienten. Nach einer über hundertjährigen Geschichte ging die Bank 2011 in der heutigen Piguet Galland & Cie auf.

Die Geschichte des Hauses reicht bis ins Jahr 1889 zurück, als der britische Konsul huguenotischer Herkunft Alfred Galland das Unternehmen unter dem Namen Galland & Landys in Lausanne gründete. Über mehrere Generationen der Familie Galland entwickelte sich das Institut zu einer etablierten Adresse im Schweizer Privatbanking.

Im Laufe der Jahrzehnte expandierte die Bank sowohl organisch als auch durch strategische Fusionen. Die Banque Cantonale Vaudoise übernahm 1998 die Mehrheit und später vollständig die Kontrolle. 2003 schloss sich das Private Banking der Galland mit der Banque Franck SA zusammen, bevor 2011 die endgültige Fusion mit der Banque Piguet & Cie zur Piguet Galland & Cie erfolgte.

Was ist Galland & Cie SA?

Galland & Cie SA war eine Schweizer Privatbank, die sich auf die unabhängige Vermögensverwaltung für vermögende Privatkunden spezialisierte. Das Institut gehörte zu den traditionsreichsten Adressen im Schweizer Finanzplatz und pflegte über Generationen hinweg enge Beziehungen zu seiner internationalen Kundschaft.

Gründung
1889 in Lausanne
Sitz
Lausanne, später Genf
Branche
Wealth Management / Private Banking
Status
Heute in Piguet Galland & Cie aufgegangen

Die Bank zeichnete sich durch ihren Fokus auf diskrete Klientenbetreuung und individuelle Anlagestrategien aus. Mit einem verwalteten Vermögen von rund 3,4 Milliarden Schweizer Franken (Stand 2008) zählte das Institut zu den mittelgroßen Privatbanken der Schweiz.

  • Spezialisiert auf unabhängige Vermögensverwaltung
  • Fokus auf diskrete Klientenbetreuung für internationale Kundschaft
  • Starke Präsenz in der Romandie
  • Langjährige Expertise in Asset Management und Anlagefonds
  • Familiäre Wurzeln über mehrere Generationen
Fakt Details
Gründungsjahr 1889 durch Alfred Galland
Hauptsitz Lausanne, später Genf
Rechtsform SA (Aktiengesellschaft)
Kernbereiche Vermögensverwaltung, Private Banking
Verwaltetes Vermögen (2008) ~3,4 Mrd. CHF
Mitarbeiter (2008) ~90 in Genf
Hinweis zur Rechtsform

Das Unternehmen wurde zunächst als Société en commandite geführt und 1941 in die Rechtsform einer Aktiengesellschaft (SA) überführt. Nach der Übernahme durch die Banque Cantonale Vaudoise verlor die Bank ihren reinen Familiencharakter.

Geschichte und Gründung von Galland & Cie SA

Die Geschichte der Galland & Cie SA beginnt im Jahr 1889, als Alfred Galland das Unternehmen in Lausanne ins Leben rief. Galland, ein britischer Konsul mit huguenotischer Abstammung, etablierte das Institut zunächst unter dem Namen Galland & Landys. Das Unternehmen entwickelte sich rasch zu einer gefragten Adresse für die Vermögensverwaltung wohlhabender Familien.

Die Gründergeneration und frühe Entwicklung

Alfred Galland leitete das Institut über mehrere Jahrzehnte und legte den Grundstein für die familiäre Tradition im Private Banking. Nach seinem Rücktritt übernahm sein Sohn Maurice Galland 1937 die Geschäftsführung. Maurice Galland war gleichzeitig bis 1947 als britischer Konsul in Lausanne tätig – eine Verbindung, die der Bank Zugang zum internationalen Kundenkreis verschaffte.

Im Jahr 1941 erfolgte die Umbenennung in Banque Galland & Cie SA, womit die damalige Rechtsform der Aktiengesellschaft auch im Namen verankert wurde. Diese Phase markierte den Beginn einer systematischen Expansion im Private-Banking-Geschäft.

Wachstum und strategische Anpassungen

In den folgenden Jahrzehnten passte sich das Institut kontinuierlich an die Veränderungen im Schweizer Finanzmarkt an. Philippe Galland, ein weiteres Familienmitglied, leitete ab 1954 den Immobilienbereich in Zusammenarbeit mit Harold Burnier. Aus dieser Partnerschaft ging 1985 die Burnier, Galland & Cie SA hervor.

Ein bedeutender Einschnitt kam Ende der 1990er Jahre: Die Banque Cantonale Vaudoise (BCV) erwarb 1998 zunächst die Mehrheit und übernahm 2002 vollständig die Kontrolle über die Bank. Damit endete die fast hundertjährige Phase als familiengeführtes Institut.

Fusionen und Nachfolge

Nach der BCV-Übernahme folgten mehrere strategische Zusammenschlüsse. 2003 wurden die Private-Banking-Aktivitäten mit der Banque Franck SA (gegründet 1965 in Genf) zur Banque Franck, Galland & Cie SA zusammengelegt. Der Hauptsitz wurde nach Genf verlegt, während die BCV die restlichen Geschäftsbereiche integrierte. 13 von 31 Mitarbeitern wechselten zur neuen Einheit.

2010 übernahm die BCV auch die fusionierten Aktivitäten vollständig. Der letzte große Zusammenschluss erfolgte 2011, als die Banque Franck, Galland & Cie SA mit der Banque Piguet & Cie (Yverdon, gegründet 1856) zur heutigen Piguet Galland & Cie fusionierte. Die Banque Piguet brachte rund 150 Mitarbeiter und 5,7 Milliarden Franken verwaltetes Vermögen in die Fusion ein.

Zeitstrahl der Unternehmensentwicklung

1889: Gründung durch Alfred Galland in Lausanne | 1937: Maurice Galland übernimmt Leitung | 1941: Umbenennung in Banque Galland & Cie SA | 1998–2002: BCV übernimmt Kontrolle | 2003: Fusion mit Banque Franck SA | 2011: Fusion mit Banque Piguet & Cie zu Piguet Galland & Cie

Dienstleistungen von Galland & Cie SA

Die Kernkompetenz der Galland & Cie SA lag in der umfassenden Vermögensverwaltung für Privatkunden. Das Dienstleistungsangebot umfasste sämtliche Aspekte des Private Banking, von der individuellen Anlageberatung bis zur Verwaltung komplexer Vermögensstrukturen.

Vermögensverwaltung und Anlageberatung

Das Institut bot massgeschneiderte Lösungen für die Vermögensplanung an. Die Kundenberater entwickelten individuelle Anlagestrategien, die auf die persönlichen Ziele und Risikoprofile der Klienten abgestimmt waren. Dabei profitierten die Kunden von der langjährigen Markterfahrung der Berater.

Zum Angebotsportfolio gehörten auch hauseigene Anlagefonds, die verschiedenen Anlagekategorien und Risikoprofile abdeckten. Die Bank verfolgte dabei einen konservativen Ansatz, der auf langfristige Wertentwicklung und Kapitalerhaltung ausgerichtet war.

Historische Immobiliendienstleistungen

Früher erweiterte die Bank ihr Angebot um Immobiliendienstleistungen, die ursprünglich Hotels, Transport, Versicherungen und Verkauf umfassten. Ab 1954 baute Philippe Galland diesen Bereich systematisch aus. Daraus entstand 1996 die eigenständige Galland & Cie SA (Immobilienrégie) in Lausanne, die heute noch unter der Leitung von Patrice Galland, Angehöriger der vierten Generation, tätig ist.

Unterscheidung der Unternehmen

Die heutige Galland & Cie SA in Lausanne ist ein von der historischen Privatbank unabhängiges Immobilienunternehmen. Sie gehört zur vierten Generation der Familie Galland und hat nichts mit der ehemaligen Banque Galland & Cie SA zu tun, die 2011 in Piguet Galland & Cie aufging.

Standorte und Nachfolgeorganisation

Die Banque Franck, Galland & Cie SA unterhielt zum Zeitpunkt ihrer größten Ausdehnung Niederlassungen an vier Standorten in der Romandie: Genf (Hauptsitz), Lausanne, Neuchâtel und Nyon. Der Genfer Hauptsitz wurde nach der Fusion 2003 mit der Banque Franck SA eingerichtet.

Status heute: Piguet Galland & Cie

Als eigenständige Einheit existiert die Galland & Cie SA seit 2011 nicht mehr. Die Nachfolgeorganisation Piguet Galland & Cie führt das Private-Banking-Erbe fort und gehört zur Banque Cantonale Vaudoise. Nähere Informationen zu aktuellen Dienstleistungen und Ansprechpartnern sind über die Websites der Piguet Galland & Cie und der Banque Cantonale Vaudoise verfügbar.

Für die Immobilienverwaltung bleibt die eigenständige Galland & Cie SA (Immobilienrégie) in Lausanne unter der Führung von Patrice Galland bestehen. Diese ist über die offizielle Website des Unternehmens erreichbar.

Aktuelle Datenlage

Genaue Angaben zu aktuellen Mitarbeiterzahlen oder verwaltetem Vermögen der Nachfolgeorganisation sind in den vorliegenden Quellen nicht dokumentiert. Für aktuelle Finanzkennzahlen empfiehlt sich ein Blick auf die Jahresberichte der BCV-Gruppe oder direkte Anfragen an Piguet Galland & Cie.

Zusammenfassung und Einordnung

Die Geschichte der Galland & Cie SA erstreckt sich über mehr als 120 Jahre Schweizer Finanzgeschichte. Von der Gründung 1889 durch Alfred Galland bis zur Fusion 2011 mit der Banque Piguet & Cie prägte das Institut das Private Banking in der Romandie mit. Die Familie Galland hinterließ über drei Generationen hinweg ihre Spuren im Unternehmen, bevor die Banque Cantonale Vaudoise die Kontrolle übernahm.

Das Erbe der Galland & Cie SA lebt in der heutigen Piguet Galland & Cie weiter, die als Teil der BCV-Gruppe im Schweizer Private Banking aktiv ist. Weitere Informationen zur Entwicklung des Schweizer Bankensektors finden Sie in unserem Artikel zu regionalen Finanzdienstleistern.

Häufig gestellte Fragen

Wann wurde Galland & Cie SA gegründet?

Das Unternehmen wurde 1889 durch Alfred Galland in Lausanne gegründet, zunächst unter dem Namen Galland & Landys.

Ist Galland & Cie SA heute noch aktiv?

Als eigenständige Privatbank existiert Galland & Cie SA seit 2011 nicht mehr. Die Aktivitäten wurden mit der Banque Piguet & Cie zur Piguet Galland & Cie fusioniert.

Welche Dienstleistungen bot die Bank an?

Die Kernbereiche waren Vermögensverwaltung, Private Banking und Anlagefonds für vorwiegend internationale Kunden mit Wohnsitz in der Schweiz.

Wer führte die Bank nach der Gründergeneration?

Nach Alfred Galland übernahm sein Sohn Maurice Galland 1937 die Leitung. Er war gleichzeitig bis 1947 britischer Konsul in Lausanne.

Gibt es heute noch ein Unternehmen mit dem Namen Galland?

Ja, die Galland & Cie SA (Immobilienrégie) in Lausanne besteht als eigenständiges Immobilienunternehmen unter Patrice Galland (4. Generation) weiterhin.

Wie groß war das verwaltete Vermögen?

Gemäß den letzten verfügbaren Daten aus dem Jahr 2008 verwaltete die Banque Franck, Galland & Cie SA rund 3,4 Milliarden Schweizer Franken.

Welche Standorte hatte die Bank?

Zum Höhepunkt der Unternehmensgeschichte unterhielt die Bank Niederlassungen in Genf (Hauptsitz), Lausanne, Neuchâtel und Nyon.

Oliver Edward Bennett Clarke

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Oliver Edward Bennett Clarke

Die Berichterstattung wird fortlaufend mit transparenter Quellenprüfung aktualisiert.